Wie gesagt, mittlerweile vor über einer Woche hab ich mir ja mal wieder meine Frisur ein wenig aufpimpen lassen... heimlich. Um es gleich vorweg zu nehmen: mein Mann ist noch immer komplett ahnungslos.
Unsere Sprössin liest gern hin und wieder in Mamis blog. So hat sie sich denn gestern eben eingeklickt, gestöbert und gelesen.
Als ich ihr Zimmer betrat (ohne Grund und Anklopfen völlig undenkbar!), um ihr ca. zum 327. Mal an diesem Tag zu sagen, dass ich auf ihre Musik keine Lust habe, guckt sie mich entgeistert an. Für mich ist diese Reaktion Routine. Allerdings feixte sie und strahlte, etwas bläulich um die Nase wegen des Monitorbildes wahrscheinlich, mir entgegen.
Ups, das war neu jetzt! Erwartungsfroh fragte ich nichts, ich lächelte zurück. Gespannt, was kommen mag, wies sie mich an, mich doch umzudrehen. Damit sie mir genüsslich in den Hintern treten oder mich kneifen kann? Nööö, mach ich nicht.
Zweifelnd blickt mich das teenagende Ungeheuer an und fragt mich ganz ernst: "Hä, du warst beim Friseur?! Echt jetzt? Wann?"
Da schoß der Mama das Blättchen - ein Guck auf den Monitor: Mamas blog!
"Tja, mein liebes Töchterlein, das ist ganz allein mein Geheimnis", sprach die Mama, drehte auf den Fußspitzen um und ging, nein - sie schritt hinaus, natürlich fuhr sie sich dabei extra langsam und ein wenig übertrieben theatralisch posierend durch ihr nicht mehr ganz so frisch gestyltes Haar.
Samstag, 7. Juni 2008
Freitag, 6. Juni 2008
Haariges
Letzte Woche habe ich mich heimlich stylen lassen. Heimlich deshalb, weil mein Mann der Meinung ist, dass der Gang zum Friseur nur notwendig ist, wenn jemand so richtig ein Problem hat. Was das "Problem" jedoch beinhalten sollte, um ein solches zu sein, womit der Besuch beim "Hairstylisten" gerechtfertigt werden könnte - ich habe ganz ehrlich keine Ahnung.
Heimlich im übrigen auch, weil es ohnehin niemandem in dieser meiner Familie auffällt. Vor ca. 2 oder 3 Monaten hatte ich mir die Haare nicht nur schön kürzen, sondern auch tönen lassen. Es ist bis heute mein Geheimnis geblieben.
Also hab ich mir das Programm gegeben: Haare runter, kuren, wickeln...wohlfühlen. Auf dem "Behandlungsstuhl" verbringt frau ihre Wartezeit nicht nur bei Tee und Zeitschriften lesen, sie hat hier etwas mehr Zeit für ihre Gedanken. Und wie ich da so saß, fiel mir ein, dass ich ja eigentlich gar nicht so gern zum Friseur gehe.
Ich weiß, es ist frauenuntypisch: ich gehe nicht gern zum Friseur, ich hasse es, mir Schuhe kaufen zu müssen oder gar neue Klamotten (es sei denn, die sind nicht von der Stange), ich gehe ich kein Fitness-Studio, erst recht nicht in eine öffentliche Sauna, und ich war auch noch nie bei einer professionellen Kosmetikbehandlung. Meine Fingernägel lasse ich mir nicht im Nagelstudio dekorieren, schminke mich nur für besondere Anlässe und auch so bin ich -rein oberflächlich betrachtet- relativ anspruchslos.
Mein teenagendes Töchterchen hat mich mal nach ihrem Geschmack aufgebrezelt - ich sah mir selbst überhaupt gar nicht mehr ähnlich! Keine Ahnung, ob und/oder wofür sie sich an diesem Tag an mir rächen wollte, jedenfalls bestand sie darauf, dass ich mir noch ein paar ihre "Teile" anhose. Diese Aktion war Schweiß treibender als Gassi gehen mit dem Schweinehund! Ausgesehen habe ich wie eine Preßwurst! Alles in allem doch äußerst deprimierend.
Unsere Sprössin mag all die Dinge, die ich beschriebener Weise nicht mag. Hätte sie einen Goldesel, würde sie täglich zur Kosmetikerin, ins Nagelstudio und/oder zum Friseur gehen. Sie würde höchstwahrscheinlich nicht mehr bei uns zu Hause wohnen, sondern in einem dieser Wellness- und Beauty-Areas. (Dort müßte bezahltes Personal hinter ihr her räumen, nicht Mama!)
Als ich so alt war wie sie, hatte ich eine regelrechte "Haarschneider"-Phobie, was natürlich einzig und allein auf traumatische Kindheitserlebnisse zurück zu führen ist...
Unsere Eltern mochten bei uns Kindern kurze Haar - also richtig kurze Haare! Wo bekam man für Mädchen den besten Kurzhaarschnitt in der DDR? Jawoll, beim Stamm-Barbier meines Vaters. Auch mein Opi war da regelmäßig zufriedener Stammkunde. Keiner in der Familie konnte oder wollte verstehen, dass ich nicht zum Herrenfriseur gehen und schon gar keine kurzen Haare haben wollte.
Der unsägliche Wunsch nach langen Haaren - igitt! Die Pseudo-Argumentation meiner Mutter habe ich heute noch in den Ohren: "Schöner frescher kurzer Schnitt - viel schöner ... weniger Arbeit ... praktischer ... das Geziepe und Gekämme immer ... hat nicht jeder ... " Das letzte Argument, war das Bitterste, weil es stimmte: so doof sah nur ich aus!
Immer, wenn meine Haar über die Ohren gewachsen waren, hoffte ich, dass es keiner bemerken würde. Wenn ich sie immer schön nach hinten kämmte, sahen sie fast kurz aus. Doch es wurde immer registriert! Meine Eltern hatten dann auf mein "Theater" auch keine richtige Lust mehr, und so haben sie sich echt kreativ bemüht, kleine Bestechungsgeschenke für ihre Querolantin zu besorgen. Mal war es ein wunderschöner Stickkasten, mal eine Puppe, ein Buch oder eine Schallplatte. In der Werbung würde man es so ausdrücken: "Joa is denn heid schuh weihnoachtn!?"
Meine Mutter hielt mir also das hinterhältige Geschenk vor die Nase, wie dem Esel die Möhre am Stiel, und sagte, ich bekäme es aber erst, wenn wir vom Friseur wieder zurück wären. Mütter wissen ganz genau, womit sie ihre Töchter locken können.
Manchmal war ich so dämlich, dass ich dachte oder vielleicht auch hoffte, meine Mutter würde sich selbst in seine frisierende Behandlung begeben und ich bräuchte nur abzuwarten... haha, manchmal war das auch so, da saß sie vor dem Spiegel. Nur, wenn Mama fertig war, holten sie mich und drückten mich in den Stuhl.
DDR-Kinder sind/waren sehr diszipliniert. Geweint wurde zu Hause unter der Bettdecke. Es hätte auch keiner verstanden, wie erniedrigt sich ein Mädchen fühlen kann, nur weil es eine "schicke neue Frisur" bekommen hat. Geholfen oder geändert hätte es ohnehin nichts. Im Gegenteil: hätte ich mich dort aufgeführt wie ein Derwisch (heute nennt man das: hyperaktiv!), ich hätte noch richtig Dresche bezogen, denke ich jedenfalls.
Doch die Bedeutung des Wortes "Frisur" war damals kein Adelsprädikat. Es stand nicht unbedingt für die Schönheit und Vollkommenheit der einzigartigen, individuellen Gestaltung des Kopfes. Damals war gar nicht daran zu denken, den Figaro verklagen zu können! Hätte man das zu DDR-Zeiten machen können? Soweit ich weiß, nicht.
Bei mir war es jedesmal dasselbe Elend: eine bestimmbare Haarlänge gab es nach der Sitzung nicht mehr. Mein Kopf fühlte sich kahl und nackt an. Der Meisterschnitt führte direkt an der Schädeldecke entlang. Jeder einzelne Haarwirbel am Hinterkopf wurde sichtbar. Diese "Sturzel" habe ich nie wegbekommen, auch nicht mit Papas Rasiercreme. Und zur Krönung des Ganzen wurden über und um die Ohren herum und im Nacken die Härchen akkurat ausrasiert. Um der "Frisur" noch das Sahnehäubchen aufzusetzen, bekam ich mit Klammern einen Seitenscheidel gedreht. Dieser wurde penibelst und sorgfältist nachgefönt und mit viiiiel Haarlack fixiert. Der stank so bestialisch, dass die Fliegen tot von der Wand fielen.
Meine Eltern waren immer hell auf begeistert, weil ich jetzt wieder so einen "feinen, gepflegten Haarschnitt" hatte! Mir war nur spei-übel. Charakterlich war ich leider, aus heutiger Sicht, nicht stark genug, um ihnen den Preis für mein Stillhalten um die Ohren zu werfen. Freudlos, Tränen schluckend, hab ich es entgegengenommen. Wenn ich mich dann Stunden später damit beschäftigte, lenkte es mich ein wenig von meinem Kummer ab.
Ich weiß noch, ich habe mich geschämt mit diesem Kopf, am schlimmsten war dieser furchtbare Entenschnabel und das Gefühl, eine Glatze zu haben. Danach habe ich immer freiwillig meine Mütze aufgesetzt. Die war meine Tarnkappe! Auch hier hat Amnesty international nicht eingegriffen und mich im Stich gelassen!
Als ich irgendwann alt genug war und mich entsprechend wehren konnte, lies ich mein Haar einfach nur wachsen. Meine Eltern haben ziemlich tief in die Trickkiste gegriffen, aber sie haben mich nie wieder zu diesem "Kinderquäler" bekommen. Mittlerweile war ich zumindest auf diesem Gebiet unbestechlich geworden. Ab meinem 19. Lebensjahr befand ich mich hairstylisch gesehen ungelogen 8 Jahre lang nicht mehr in "professionellen" Händen.
Irgendwie habe ich es im Laufe der Jahre doch geschafft, meine tiefe Abneigung gegen das haarige Handwerk zu überwinden. Das zu beschreiben, würde zu weit führen. (Übrigens habe ich diese grausamen Erfahrungen mit meiner Schwester und mit vielen anderen Kindern geteilt. Meine Eltern waren haben sich bei mir richtig Mühe gegeben.)
Heute kann ich das Waschen, Schneiden, Pflegen, Fönen... hin und wieder sogar genießen. Richtig nervös werde ich nur bei generellen Veränderungen wie z.B. einer Kaltwelle. Am liebsten habe ich eine ausgiebige Kopfmassage, da bin ich im Nirvana.
Mit den Jahren wird frau nicht nur in so mancher Hinsicht reifer. Da ich viel mit Menschen zu tun habe und auch sehr gern beobachte, fallen mir zwangsläufig einige Dinge auf, die ich dann natürlich auf mein eigenes Leben bzw. Aussehen projiziere. Dazu gehört u.a. eine gewisse Rivalität unter den Weibern. Tja, was soll ich sagen? Die Konkurrenz ist hart.
Eitelkeit macht eben auch erpressbar...
Heimlich im übrigen auch, weil es ohnehin niemandem in dieser meiner Familie auffällt. Vor ca. 2 oder 3 Monaten hatte ich mir die Haare nicht nur schön kürzen, sondern auch tönen lassen. Es ist bis heute mein Geheimnis geblieben.
Also hab ich mir das Programm gegeben: Haare runter, kuren, wickeln...wohlfühlen. Auf dem "Behandlungsstuhl" verbringt frau ihre Wartezeit nicht nur bei Tee und Zeitschriften lesen, sie hat hier etwas mehr Zeit für ihre Gedanken. Und wie ich da so saß, fiel mir ein, dass ich ja eigentlich gar nicht so gern zum Friseur gehe.
Ich weiß, es ist frauenuntypisch: ich gehe nicht gern zum Friseur, ich hasse es, mir Schuhe kaufen zu müssen oder gar neue Klamotten (es sei denn, die sind nicht von der Stange), ich gehe ich kein Fitness-Studio, erst recht nicht in eine öffentliche Sauna, und ich war auch noch nie bei einer professionellen Kosmetikbehandlung. Meine Fingernägel lasse ich mir nicht im Nagelstudio dekorieren, schminke mich nur für besondere Anlässe und auch so bin ich -rein oberflächlich betrachtet- relativ anspruchslos.
Mein teenagendes Töchterchen hat mich mal nach ihrem Geschmack aufgebrezelt - ich sah mir selbst überhaupt gar nicht mehr ähnlich! Keine Ahnung, ob und/oder wofür sie sich an diesem Tag an mir rächen wollte, jedenfalls bestand sie darauf, dass ich mir noch ein paar ihre "Teile" anhose. Diese Aktion war Schweiß treibender als Gassi gehen mit dem Schweinehund! Ausgesehen habe ich wie eine Preßwurst! Alles in allem doch äußerst deprimierend.
Unsere Sprössin mag all die Dinge, die ich beschriebener Weise nicht mag. Hätte sie einen Goldesel, würde sie täglich zur Kosmetikerin, ins Nagelstudio und/oder zum Friseur gehen. Sie würde höchstwahrscheinlich nicht mehr bei uns zu Hause wohnen, sondern in einem dieser Wellness- und Beauty-Areas. (Dort müßte bezahltes Personal hinter ihr her räumen, nicht Mama!)
Als ich so alt war wie sie, hatte ich eine regelrechte "Haarschneider"-Phobie, was natürlich einzig und allein auf traumatische Kindheitserlebnisse zurück zu führen ist...
Unsere Eltern mochten bei uns Kindern kurze Haar - also richtig kurze Haare! Wo bekam man für Mädchen den besten Kurzhaarschnitt in der DDR? Jawoll, beim Stamm-Barbier meines Vaters. Auch mein Opi war da regelmäßig zufriedener Stammkunde. Keiner in der Familie konnte oder wollte verstehen, dass ich nicht zum Herrenfriseur gehen und schon gar keine kurzen Haare haben wollte.
Der unsägliche Wunsch nach langen Haaren - igitt! Die Pseudo-Argumentation meiner Mutter habe ich heute noch in den Ohren: "Schöner frescher kurzer Schnitt - viel schöner ... weniger Arbeit ... praktischer ... das Geziepe und Gekämme immer ... hat nicht jeder ... " Das letzte Argument, war das Bitterste, weil es stimmte: so doof sah nur ich aus!
Immer, wenn meine Haar über die Ohren gewachsen waren, hoffte ich, dass es keiner bemerken würde. Wenn ich sie immer schön nach hinten kämmte, sahen sie fast kurz aus. Doch es wurde immer registriert! Meine Eltern hatten dann auf mein "Theater" auch keine richtige Lust mehr, und so haben sie sich echt kreativ bemüht, kleine Bestechungsgeschenke für ihre Querolantin zu besorgen. Mal war es ein wunderschöner Stickkasten, mal eine Puppe, ein Buch oder eine Schallplatte. In der Werbung würde man es so ausdrücken: "Joa is denn heid schuh weihnoachtn!?"
Meine Mutter hielt mir also das hinterhältige Geschenk vor die Nase, wie dem Esel die Möhre am Stiel, und sagte, ich bekäme es aber erst, wenn wir vom Friseur wieder zurück wären. Mütter wissen ganz genau, womit sie ihre Töchter locken können.
Manchmal war ich so dämlich, dass ich dachte oder vielleicht auch hoffte, meine Mutter würde sich selbst in seine frisierende Behandlung begeben und ich bräuchte nur abzuwarten... haha, manchmal war das auch so, da saß sie vor dem Spiegel. Nur, wenn Mama fertig war, holten sie mich und drückten mich in den Stuhl.
DDR-Kinder sind/waren sehr diszipliniert. Geweint wurde zu Hause unter der Bettdecke. Es hätte auch keiner verstanden, wie erniedrigt sich ein Mädchen fühlen kann, nur weil es eine "schicke neue Frisur" bekommen hat. Geholfen oder geändert hätte es ohnehin nichts. Im Gegenteil: hätte ich mich dort aufgeführt wie ein Derwisch (heute nennt man das: hyperaktiv!), ich hätte noch richtig Dresche bezogen, denke ich jedenfalls.
Doch die Bedeutung des Wortes "Frisur" war damals kein Adelsprädikat. Es stand nicht unbedingt für die Schönheit und Vollkommenheit der einzigartigen, individuellen Gestaltung des Kopfes. Damals war gar nicht daran zu denken, den Figaro verklagen zu können! Hätte man das zu DDR-Zeiten machen können? Soweit ich weiß, nicht.
Bei mir war es jedesmal dasselbe Elend: eine bestimmbare Haarlänge gab es nach der Sitzung nicht mehr. Mein Kopf fühlte sich kahl und nackt an. Der Meisterschnitt führte direkt an der Schädeldecke entlang. Jeder einzelne Haarwirbel am Hinterkopf wurde sichtbar. Diese "Sturzel" habe ich nie wegbekommen, auch nicht mit Papas Rasiercreme. Und zur Krönung des Ganzen wurden über und um die Ohren herum und im Nacken die Härchen akkurat ausrasiert. Um der "Frisur" noch das Sahnehäubchen aufzusetzen, bekam ich mit Klammern einen Seitenscheidel gedreht. Dieser wurde penibelst und sorgfältist nachgefönt und mit viiiiel Haarlack fixiert. Der stank so bestialisch, dass die Fliegen tot von der Wand fielen.
Meine Eltern waren immer hell auf begeistert, weil ich jetzt wieder so einen "feinen, gepflegten Haarschnitt" hatte! Mir war nur spei-übel. Charakterlich war ich leider, aus heutiger Sicht, nicht stark genug, um ihnen den Preis für mein Stillhalten um die Ohren zu werfen. Freudlos, Tränen schluckend, hab ich es entgegengenommen. Wenn ich mich dann Stunden später damit beschäftigte, lenkte es mich ein wenig von meinem Kummer ab.
Ich weiß noch, ich habe mich geschämt mit diesem Kopf, am schlimmsten war dieser furchtbare Entenschnabel und das Gefühl, eine Glatze zu haben. Danach habe ich immer freiwillig meine Mütze aufgesetzt. Die war meine Tarnkappe! Auch hier hat Amnesty international nicht eingegriffen und mich im Stich gelassen!
Als ich irgendwann alt genug war und mich entsprechend wehren konnte, lies ich mein Haar einfach nur wachsen. Meine Eltern haben ziemlich tief in die Trickkiste gegriffen, aber sie haben mich nie wieder zu diesem "Kinderquäler" bekommen. Mittlerweile war ich zumindest auf diesem Gebiet unbestechlich geworden. Ab meinem 19. Lebensjahr befand ich mich hairstylisch gesehen ungelogen 8 Jahre lang nicht mehr in "professionellen" Händen.
Irgendwie habe ich es im Laufe der Jahre doch geschafft, meine tiefe Abneigung gegen das haarige Handwerk zu überwinden. Das zu beschreiben, würde zu weit führen. (Übrigens habe ich diese grausamen Erfahrungen mit meiner Schwester und mit vielen anderen Kindern geteilt. Meine Eltern waren haben sich bei mir richtig Mühe gegeben.)
Heute kann ich das Waschen, Schneiden, Pflegen, Fönen... hin und wieder sogar genießen. Richtig nervös werde ich nur bei generellen Veränderungen wie z.B. einer Kaltwelle. Am liebsten habe ich eine ausgiebige Kopfmassage, da bin ich im Nirvana.
Mit den Jahren wird frau nicht nur in so mancher Hinsicht reifer. Da ich viel mit Menschen zu tun habe und auch sehr gern beobachte, fallen mir zwangsläufig einige Dinge auf, die ich dann natürlich auf mein eigenes Leben bzw. Aussehen projiziere. Dazu gehört u.a. eine gewisse Rivalität unter den Weibern. Tja, was soll ich sagen? Die Konkurrenz ist hart.
Eitelkeit macht eben auch erpressbar...
Montag, 2. Juni 2008
Wüstensand
Freitag kam in den Nachrichten die Meldung, dass der Wüstensand aus der Sahara nun auch Europa erreicht hätte. Irgendwo in Deutschland verfinsterte sich der Himmel ob des Feinstaubes; und die Aufregung war wie immer, wenn mal was kommt, was nicht zur Tagesordnung gehört, recht groß.
Ich fand die Bilder dazu sehr schön. Noch schöner fand ich, dass wir diese Sauerei nicht abbekommen haben. Alleine für die Fenster bräuchte ich eine Woche, um die wieder hinzubekommen! Das Auto wäre einmal mehr in der Waschstraße, ansonsten könnte man wohl eh nix weiter tun. Bei der momentanen Trockenheit weht es den ganzen Sand sonst wohin... Ach nö, das sieht im Fernsehen schöner aus.
Doch vielleicht ist das ja wieder ein gefundenes Fressen für unsere ach so korrekten Politiker! Schließlich steigt mit dem Wüstensand die Feinstaubbelastung höher als auf öko-politischer Wunschliste angegeben, was andererseits natürlich auch steuerlich dem unschuldigen Bürger zum Nachteil gereichen könnte. Zieht man ihm eben die "Sahara-Steuer" auch noch aus der Tasche. So what!
Bestimmt gibt es da auch irgendwo so ganz Engagierte, die es fertig bringen, Sammeldepots für Wüstensand zu errichten, um diesen dann per Luft- oder Wasserweg, seiner natürlichen Umgebung wieder zurück zu geben.
Ich fand die Bilder dazu sehr schön. Noch schöner fand ich, dass wir diese Sauerei nicht abbekommen haben. Alleine für die Fenster bräuchte ich eine Woche, um die wieder hinzubekommen! Das Auto wäre einmal mehr in der Waschstraße, ansonsten könnte man wohl eh nix weiter tun. Bei der momentanen Trockenheit weht es den ganzen Sand sonst wohin... Ach nö, das sieht im Fernsehen schöner aus.
Doch vielleicht ist das ja wieder ein gefundenes Fressen für unsere ach so korrekten Politiker! Schließlich steigt mit dem Wüstensand die Feinstaubbelastung höher als auf öko-politischer Wunschliste angegeben, was andererseits natürlich auch steuerlich dem unschuldigen Bürger zum Nachteil gereichen könnte. Zieht man ihm eben die "Sahara-Steuer" auch noch aus der Tasche. So what!
Bestimmt gibt es da auch irgendwo so ganz Engagierte, die es fertig bringen, Sammeldepots für Wüstensand zu errichten, um diesen dann per Luft- oder Wasserweg, seiner natürlichen Umgebung wieder zurück zu geben.
Kleine Panne - Teil 2
Meine Freundin strahlt wieder glücklich - fast wie ihr neuer Scharnierbolzen!
In der Werkstatt sagte man ihr, dass früher die Türen der alten Autos aufgehoben worden für Unfallwagen usw. Die Monteure und auch sonst keiner in der Werkstatt hätten jemals gesehen oder gehört, dass so ein Scharnierbolzen einfach mal so weg ist! (Da arbeiten Leute, die z.T. schon über 30 Jahre in der Branche tätig sind!)
Stolz ist sie jetzt auf ihren niegelnagel neuen Bolzen, der gar gülden ins Scharnier gebettet, dienstbeflissen seinen Zweck erfüllt.
6,?? Euro hat man für das gute Stück haben wollen. Großzügig und dankbar legte die Heldin die Trinkgelder dazu.
Doch außer Dank erhielt sie jede Menge Spott und Hohn, nicht nur in der Werkstatt.
Das wäre dann also IHR Preis gewesen.
In der Werkstatt sagte man ihr, dass früher die Türen der alten Autos aufgehoben worden für Unfallwagen usw. Die Monteure und auch sonst keiner in der Werkstatt hätten jemals gesehen oder gehört, dass so ein Scharnierbolzen einfach mal so weg ist! (Da arbeiten Leute, die z.T. schon über 30 Jahre in der Branche tätig sind!)
Stolz ist sie jetzt auf ihren niegelnagel neuen Bolzen, der gar gülden ins Scharnier gebettet, dienstbeflissen seinen Zweck erfüllt.
6,?? Euro hat man für das gute Stück haben wollen. Großzügig und dankbar legte die Heldin die Trinkgelder dazu.
Doch außer Dank erhielt sie jede Menge Spott und Hohn, nicht nur in der Werkstatt.
Das wäre dann also IHR Preis gewesen.
Kleine Panne
Das Auto meiner Freundin könnte man schon fast als Oldtimer bezeichnen. Wenn ich unter all den Rostflecken und Beulen richtig geschaut hab, handelt es sich hier um einen französischen Kleinwagen 106 in Dunkelblau. Liebevoll gepflegt ist so ein Frauenauto insbesondere nur im Innenraum - frau will sich schließlich wohlfühlen!
Frauen sind die sozialen Wesen in unserem Kosmos und sehen auch schreckliche Dinge mit viel Liebe in Herz und Augen. Deshalb gibt es auch noch so viele Autos wie ihren "Knatterton". Die Endung "-ton" ist hier bitte nicht als "Ton" zu werten, denn eigentlich klingt "Knatter..." mehr nach dem Geräusch, das Kinder verursachen, wenn sie Mamas Küche geplündert und die großen Topfdeckel gefunden haben, die sie quietschvergnügt an einander schlagen.
Jedenfalls hat ihr asthmakranker Weggefährte so richtig die Flügel hängen lassen. Der Grund: Aus bisher ungeklärten Ursachen verabschiedete sich einer der alt gedienten Scharnierbolzen, woraufhin sich die dazugehörige Tür auf die Flucht begab.
Meine Freundin - in Sachen Technik ein absolutes Vollweibchen - war fassungs- und technisch gesehen hilflos. Das rief dann die männlichen Helfer auf den Plan. Provisorisch schlug mann einen Nagel dahin, wo früher noch der Bolzen saß und siehe da: die Tür befand sich wieder in gewohnter Höhe und konnte geschlossen werden. Nur eben leider nicht mehr auf, weil sie dann wohl wieder nicht zugegangen wäre... Ein- und Ausstieg nur auf Beifahrerseite möglich. Sie ist ca. 1,80 m groß... ein Teufelskreis!
Natürlich informierte meine Freundin auch gleich ihren Mann. Sein Rückruf erreichte sie in meiner Gegenwart. Während er sich redlich mühte zu verstehen, was das "Dings" ist, das "die Tür hält", lachte ich mich schon mal schlapp. Als er dann wußte, worum es ging, informierte er sie und erklärte er ihr ein paar Details (quieck!) und besprach mit ihr das weitere Vorgehen. Ich glaube aber nicht, dass von dem Gespräch so sehr viel hängen geblieben ist, da ich sie mit meinem Lachanfall angesteckt hatte..
Wie mit ihrem Mann besprochen, rief sie dann auch mit Tränen in den Augen (sie war ganz und gar nicht traurig) in der Werkstatt ihres Vertrauens an. Lachend versuchte sie dem netten Typen am anderen Ende zu erklären, dass sie einen Scharnierbolzen benötigte, der auch gleich eingebaut werden sollte... Ich saß ihr gegenüber, und sah, wie sich ihre Augen weiteten und sie völlig entsetzt in den Hörer rief: "Nee, ni für die Schrankwand!" Ich plumpste vom Stuhl.
Nachdem sie aufgelegt und wir uns halbwegens wieder gefangen hatten, sagte sie, sie solle später noch einmal anrufen, die wollen mal sehen, ob sie sowas haben. Die Wartezeit überbrückten wir mit Lachen und Taschentücherbe- und entsorgung.
Irgendwann dann die rettende Info: Sie könne jetzt mit dem "Wagen" kommen. Sie haben so ein Teil da. Sie würden es auch gleich fertigmachen.
Sie verabschiedete sich, erleichtert, dass eine Reparatur doch noch möglich war, drehte sich an der Tür noch einmal um und sagte lachend: "Der meinte, so nen Fall hätten die noch nie gehabt.."
"Da kannste gleich mal fragen, was du jetzt gewonnen hast!"
Frauen sind die sozialen Wesen in unserem Kosmos und sehen auch schreckliche Dinge mit viel Liebe in Herz und Augen. Deshalb gibt es auch noch so viele Autos wie ihren "Knatterton". Die Endung "-ton" ist hier bitte nicht als "Ton" zu werten, denn eigentlich klingt "Knatter..." mehr nach dem Geräusch, das Kinder verursachen, wenn sie Mamas Küche geplündert und die großen Topfdeckel gefunden haben, die sie quietschvergnügt an einander schlagen.
Jedenfalls hat ihr asthmakranker Weggefährte so richtig die Flügel hängen lassen. Der Grund: Aus bisher ungeklärten Ursachen verabschiedete sich einer der alt gedienten Scharnierbolzen, woraufhin sich die dazugehörige Tür auf die Flucht begab.
Meine Freundin - in Sachen Technik ein absolutes Vollweibchen - war fassungs- und technisch gesehen hilflos. Das rief dann die männlichen Helfer auf den Plan. Provisorisch schlug mann einen Nagel dahin, wo früher noch der Bolzen saß und siehe da: die Tür befand sich wieder in gewohnter Höhe und konnte geschlossen werden. Nur eben leider nicht mehr auf, weil sie dann wohl wieder nicht zugegangen wäre... Ein- und Ausstieg nur auf Beifahrerseite möglich. Sie ist ca. 1,80 m groß... ein Teufelskreis!
Natürlich informierte meine Freundin auch gleich ihren Mann. Sein Rückruf erreichte sie in meiner Gegenwart. Während er sich redlich mühte zu verstehen, was das "Dings" ist, das "die Tür hält", lachte ich mich schon mal schlapp. Als er dann wußte, worum es ging, informierte er sie und erklärte er ihr ein paar Details (quieck!) und besprach mit ihr das weitere Vorgehen. Ich glaube aber nicht, dass von dem Gespräch so sehr viel hängen geblieben ist, da ich sie mit meinem Lachanfall angesteckt hatte..
Wie mit ihrem Mann besprochen, rief sie dann auch mit Tränen in den Augen (sie war ganz und gar nicht traurig) in der Werkstatt ihres Vertrauens an. Lachend versuchte sie dem netten Typen am anderen Ende zu erklären, dass sie einen Scharnierbolzen benötigte, der auch gleich eingebaut werden sollte... Ich saß ihr gegenüber, und sah, wie sich ihre Augen weiteten und sie völlig entsetzt in den Hörer rief: "Nee, ni für die Schrankwand!" Ich plumpste vom Stuhl.
Nachdem sie aufgelegt und wir uns halbwegens wieder gefangen hatten, sagte sie, sie solle später noch einmal anrufen, die wollen mal sehen, ob sie sowas haben. Die Wartezeit überbrückten wir mit Lachen und Taschentücherbe- und entsorgung.
Irgendwann dann die rettende Info: Sie könne jetzt mit dem "Wagen" kommen. Sie haben so ein Teil da. Sie würden es auch gleich fertigmachen.
Sie verabschiedete sich, erleichtert, dass eine Reparatur doch noch möglich war, drehte sich an der Tür noch einmal um und sagte lachend: "Der meinte, so nen Fall hätten die noch nie gehabt.."
"Da kannste gleich mal fragen, was du jetzt gewonnen hast!"
Feierabend
Der offizielle Feierabend ist um 19.00 Uhr schon längst erreicht. Nach einem anstrengenden Tag wollten wir gerade den Laden schliessen, löschten die Lichter - da klingelte das Telefon. S`könnte ja was wichtiges sein - gehste halt fix nochmal ran.
Ich zwitscherte die Begrüßungsformel und betonte insbesondere den "Guten Abend".
Sie: "Halloho, sind Sie die Frau XY?"
Zwar hatte ich meinen Namen genannt, aber trotzdem: nachfragen kost` ja nüscht. Außerdem können anscheinend viele Leute nicht glauben, dass wir nicht verheiratet sind, also mein "Bäggor" und ich.
Ich: "Nein, ich bin zwar die Frau S., aber die Adresse stimmt. Was kann ich denn für Sie tun?"
Sie: "Na, ich bin doch aber richtig in der Firma ..., wo der Herr XY arbeitet?"
Ich: "Jaja, da sind Sie genau richtig."
Sie: "Na wissen Sie, ich dachte, da is scha um die Uhrzeit keiner mehr da, is scha schon so späde. Deshalb habsch noch ä bißl gewartet."
Hä?!
Ich: "Aha, und Sie dachten wohl, wenn Sie um 18.00 Uhr niemanden erreichen, dann klappts bestimmt um 19.00 Uhr??"
Sie: "Nu nu..", lachts am anderen Ende.
Und auch dieser Frau konnte geholfen werden.
Ich zwitscherte die Begrüßungsformel und betonte insbesondere den "Guten Abend".
Sie: "Halloho, sind Sie die Frau XY?"
Zwar hatte ich meinen Namen genannt, aber trotzdem: nachfragen kost` ja nüscht. Außerdem können anscheinend viele Leute nicht glauben, dass wir nicht verheiratet sind, also mein "Bäggor" und ich.
Ich: "Nein, ich bin zwar die Frau S., aber die Adresse stimmt. Was kann ich denn für Sie tun?"
Sie: "Na, ich bin doch aber richtig in der Firma ..., wo der Herr XY arbeitet?"
Ich: "Jaja, da sind Sie genau richtig."
Sie: "Na wissen Sie, ich dachte, da is scha um die Uhrzeit keiner mehr da, is scha schon so späde. Deshalb habsch noch ä bißl gewartet."
Hä?!
Ich: "Aha, und Sie dachten wohl, wenn Sie um 18.00 Uhr niemanden erreichen, dann klappts bestimmt um 19.00 Uhr??"
Sie: "Nu nu..", lachts am anderen Ende.
Und auch dieser Frau konnte geholfen werden.
Flugverkehr
Immer wenn die Zeit und die Arbeit es erlauben, räkel`ich mich auf meinem Balkon.
Mein Sonnendeck ist ein wunderschöner Platz. Er ist recht groß, gedielt, bis mittags schattig und mit wildem Weinlaub berankt. Besonders morgens und in der Abenddämmerung halte ich mich dort am liebsten auf. So langsam erwachen auch meine Kräuter und Blümchen zum Leben und geben meinem kleinen Avalon noch ein romantisches I-Tüpfelchen.
Morgens trinke ich meinen Kaffe am liebsten da. Der Blick über alte, liebevoll gestaltete Fachwerkhäuser und Gärten, Bäume und die Felder am Horizont ist jeden Tag ein anderer. Je nach der Farbe des Himmels, dem Stand der Sonne und der Wolken färbt sich die Landschaft täglich neu.
Neulich morgens trinke ich da meinen Kaffe, unsere Katze aalt sich unterm Weinlaub, spektakelt`s plötzlich um mich herum. Beinahe wie verabredet zogen Spatzen, Meisen, Elstern und der Eichelhäher durch die Lüfte. Die Schwalben schlossen sich ihnen an und auch die Amseln. Da war tierisch was los! Ein Geflatter, Gezwitscher und Spektakel über mir und um mich herum.
Es gibt hier noch viel mehr Vögel. Leider kenne ich nicht ihre Namen. Die kleinen rotzfrechen mit den roten, die etwas scheueren mit den grünen Schwänzchen und jede Menge Greifvögel. (Werd ich mir mal googln müssen...)
Unser Häuschen scheint auf einem der Hauptverkehrswege sämtlicher Vögel zu liegen. Wildenten kommen jeden Abend, der Graureiher zieht seine Kreise und auch der Specht kommt über unsere Köpfe hinweg geflogen.
Doch seit ca. 2 Wochen beobachte ich ein Flugobjekt, das mich ein wenig in nervöse Stimmung versetzt. Bei der Ausdehnung unseres Dorfes in Länge und Breite sucht sich ein Storch doch tatsächlich und ausgerechnet unser Häusl aus, um es ausgiebig und feierlich zu umkreisen! Es ist ein atemberaubender Anblick, doch hat der Storch ja auch so einen gewissen Ruf...
Dies habe ich natürlich gleich zum Anlass genommen, meine Tochter etwas gründlicher zu befragen. Sie konnte mich zwar beruhigen, jedoch konnte sie sich ihren Sarkasmus über Ammenmärchen und unaufgeklärte Muttertiere nicht verkneifen.
Meine Freundin feixte und war der Meinung: ".. so lang der nicht in deinem Garten oder besser noch auf deinem Balkon landet, isses doch ok!" Dann biß sie sich in die Unterlippe und sah mich fragend an. Ich hob sofort die Hände: "Meine Tochter meint: Nee, keine Bange!" Den Rest des Mutter-Tochter-Gespräches deutete ich nur an - war völlig ausreichend. Grummel!
Mein Mann würde unsere friedliche Eintracht notfalls mit der Waffe verteidigen... und ich... naja ich schleich mal eben fix in die Apotheke...
Mein Sonnendeck ist ein wunderschöner Platz. Er ist recht groß, gedielt, bis mittags schattig und mit wildem Weinlaub berankt. Besonders morgens und in der Abenddämmerung halte ich mich dort am liebsten auf. So langsam erwachen auch meine Kräuter und Blümchen zum Leben und geben meinem kleinen Avalon noch ein romantisches I-Tüpfelchen.
Morgens trinke ich meinen Kaffe am liebsten da. Der Blick über alte, liebevoll gestaltete Fachwerkhäuser und Gärten, Bäume und die Felder am Horizont ist jeden Tag ein anderer. Je nach der Farbe des Himmels, dem Stand der Sonne und der Wolken färbt sich die Landschaft täglich neu.
Neulich morgens trinke ich da meinen Kaffe, unsere Katze aalt sich unterm Weinlaub, spektakelt`s plötzlich um mich herum. Beinahe wie verabredet zogen Spatzen, Meisen, Elstern und der Eichelhäher durch die Lüfte. Die Schwalben schlossen sich ihnen an und auch die Amseln. Da war tierisch was los! Ein Geflatter, Gezwitscher und Spektakel über mir und um mich herum.
Es gibt hier noch viel mehr Vögel. Leider kenne ich nicht ihre Namen. Die kleinen rotzfrechen mit den roten, die etwas scheueren mit den grünen Schwänzchen und jede Menge Greifvögel. (Werd ich mir mal googln müssen...)
Unser Häuschen scheint auf einem der Hauptverkehrswege sämtlicher Vögel zu liegen. Wildenten kommen jeden Abend, der Graureiher zieht seine Kreise und auch der Specht kommt über unsere Köpfe hinweg geflogen.
Doch seit ca. 2 Wochen beobachte ich ein Flugobjekt, das mich ein wenig in nervöse Stimmung versetzt. Bei der Ausdehnung unseres Dorfes in Länge und Breite sucht sich ein Storch doch tatsächlich und ausgerechnet unser Häusl aus, um es ausgiebig und feierlich zu umkreisen! Es ist ein atemberaubender Anblick, doch hat der Storch ja auch so einen gewissen Ruf...
Dies habe ich natürlich gleich zum Anlass genommen, meine Tochter etwas gründlicher zu befragen. Sie konnte mich zwar beruhigen, jedoch konnte sie sich ihren Sarkasmus über Ammenmärchen und unaufgeklärte Muttertiere nicht verkneifen.
Meine Freundin feixte und war der Meinung: ".. so lang der nicht in deinem Garten oder besser noch auf deinem Balkon landet, isses doch ok!" Dann biß sie sich in die Unterlippe und sah mich fragend an. Ich hob sofort die Hände: "Meine Tochter meint: Nee, keine Bange!" Den Rest des Mutter-Tochter-Gespräches deutete ich nur an - war völlig ausreichend. Grummel!
Mein Mann würde unsere friedliche Eintracht notfalls mit der Waffe verteidigen... und ich... naja ich schleich mal eben fix in die Apotheke...
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